ADO-Schüler auf Entdeckungsreise.

Ein Bericht von Navid Krüger aus der Klasse 7aKoernerkiez_im_Ohr_Karte

Wie lebte man früher im Körnerkiez? Wie hat sich unser Kiez in den letzten Jahren entwickelt? Aufgrund dieser Fragen begaben wir, eine kleine Schülergruppe des Albrecht-Dürer-Gymnasiums, bestehend aus Schülern der Klassen 5, 6 und 7, uns auf eine Reise in die Vergangenheit. Die letzten sechs Wochen führten uns durch die Geschichte des Kiezes.

Um den Kiez besser kennenzulernen machten wir zu Beginn eine Rallye, auf der wir wichtige Orte und Straßen erkundeten. Nachdem wir nun richtige „Profis“ in Sachen Koordination im Kiez waren, war es Zeit für das erste große Interview.

Wir trafen uns mit Frau Gergs, die schon seit 82 Jahren im Kiez wohnt. Sie erzählte uns viel über die damalige Zeit, vor allem über das schwierige Leben vor, während und nach dem 2. Weltkrieg: Wie man dort gewohnt hat, wie die Lebensumstände damals waren und wie die Menschen die Bombardierungen in Berlin erlebt haben. Dabei ist uns klar geworden, wie gut wir es  doch heute haben.

Unser nächstes Ziel hieß "Ilsenhof". Dies ist ein Denkmal im Herzen des Körnerkiezes. Der Ilsenhof wurde früher gebaut, weil es zu wenig Wohnraum für die Menschen gab. Um uns über Leben und Wohnen im Körnerkiez schlau zu machen, studierten wir die Tafeln, die an den Seiten des Durchgangs hängen und über die Architektur und Geschichte des Ilsenhofs berichten.

Bei unseren Rundgängen durch den Kiez fielen uns im Straßenpflaster viele messingfarbene Metalltafeln mit Namen auf. Diese sogenannten "Stolpersteine" vor den Hauseingängen sind letzte Spuren der Bewohner, die Opfer der Nazi-Diktatur wurden. Wir waren sehr überrascht, wie viele Menschen des Körnerkiezes, die gegen den Faschismus waren, ermordet wurden.

Unsere nächste Station führte uns in das Neuköllner Heimatmuseum, welches zwar nicht mehr direkt im Körnerkiez liegt, aber uns viele Details der Wohnungs- und Lebenssituation verdeutlichen konnte. Zum Beispiel gibt es dort eine reich verzierte Toilettenschüssel aus dem 19. Jahrhundert,  das fanden wir sehr lustig!

Ein wichtiger Bestandteil des Körnerkiezes ist der wunderschöne Körnerpark. Durch diesen Park führte uns ein Historiker, der uns einiges über den Kiesgrubenbesitzer Franz Körner erzählen konnte, der den Park vor genau 100 Jahren auf dem Gelände einer alten Kiesgrube gegründet hatte.

Neben unserer Schule befindet sich eine sehr alte Feuerwache, die für den Kiez von großer Wichtigkeit war und ist, denn sie ist noch in Betrieb. Dort hatten wir die Möglichkeit, einen echten Feuerwehrmann zu interviewen. Er erzählte uns viel über den Alltag in einer Feuerwache, die rund um die Uhr einsatzbereit sein muss. Ein Rundgang durch die Wache zeigte uns die unterschiedlichen Feuerwehrwagen, z.B. Leiterwagen und Notfallrettungswagen. Hoch hinaus ging es für uns mit Hilfe eines Leiterwagens: aus ca. 30 Metern Höhe konnten wir unsere Schule sehen und natürlich den Kiez - das war ohne Zweifel der Höhepunkt des Besuchs.

Die intensive Beschäftigung mit dem Körnerkiez hat uns in die Lage versetzt, die als Ziel unseres Projektes festgelegte Erstellung eines Audioguides zu ermöglichen.

Der von uns angefertigte Audioguide liefert viele Informationen über den Körnerkiez und seine Geschichte und ist einfach abrufbar über die Homepage der ADO oder unter

http://www.stepmap.de/karte/koernerkiez-im-ohr-1206262.